{"id":186,"date":"2025-04-26T22:17:11","date_gmt":"2025-04-26T20:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/home.microfrucht.de\/?page_id=186"},"modified":"2025-04-26T22:57:02","modified_gmt":"2025-04-26T20:57:02","slug":"news","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/home.microfrucht.de\/?page_id=186","title":{"rendered":"News"},"content":{"rendered":"\n\n\n\n\n<h1 [object NamedNodeMap]><strong>Ein St\u00fcck Orient auf dem Gro\u00dfmarkt<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">Gummib\u00e4rchen mit Halal zertifizierter Gelatine, riesige F\u00e4sser an Oliven\u00f6l und ein gro\u00dfes Spektrum an verschiedenen Fischsorten. Das alles l\u00e4sst sich auf der 1.800 Quadratmeter gro\u00dfen Fl\u00e4che des Unternehmers Serdar Yildirim von der Micro Frucht Handels GmbH finden. Mit der gro\u00dfen Auswahl an t\u00fcrkischen, griechischen und orientalischen K\u00f6stlichkeiten er\u00f6ffnet sich am Rande des Gro\u00dfmarktgel\u00e4ndes die Welt des Orients. Die Micro Frucht GmbH wurde 1972 von Mesut Yildirim gegr\u00fcndet. Heute betreibt Serdar Yildirim das Gesch\u00e4ft in der zweiten Generation. Er kennt den Gro\u00dfmarkt schon lange: \u201eIch bin hier quasi aufgewachsen. Die Viertel um den Gro\u00dfmarkt in M\u00fcnchen geh\u00f6ren f\u00fcr mich zu den Sch\u00f6nsten.\u201c<\/span><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<h1 [object NamedNodeMap]><strong>Spezialisierung auf den Lebensmittelgro\u00dfhandel<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">\u201eFr\u00fcher, da sind wir um drei Uhr morgens aufgestanden, denn um f\u00fcnf Uhr waren die ersten Kunden da. Das ist heute nicht mehr der Fall\u201c, sagt Yildirim. 2003 beschloss er den Obsthandel, der einen Teil des Unternehmens darstellte, aufzugeben und sich ausschlie\u00dflich dem Lebensmittelgro\u00dfhandel zu widmen. <\/span><br><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">T\u00e4glich werden bei Micro Frucht bis zu 100 Tonnen an Lebensmitteln ausgeliefert. Durch verschiedene Streckennetze wird eine schnelle Lieferung an den Kunden garantiert. Innerhalb eines Radius von 300 Kilometern liefert das Unternehmen mit der eigenen LKW-Flotte. Dabei profitiert Yildirim vom Standort der Gro\u00dfmarkthalle in M\u00fcnchen: \u201eDer Gro\u00dfmarkt liegt optimal in M\u00fcnchen. Wir besitzen unter anderem eine gute Anbindung an den Mittleren Ring, dadurch lassen sich viele Prozesse zeitlich optimieren.\u201c<\/span><br><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<h1 [object NamedNodeMap]><strong>\u201eDer Gro\u00dfmarkt sollte ein Gaumenzentrum werden\u201c<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">\u201e Die Zukunft des Gro\u00dfmarktes besch\u00e4ftigt auch Serdar Yildirim: \u201eIch finde die Vielfalt der Produkte auf dem Gro\u00dfmarkt sollte sich vergr\u00f6\u00dfern. Fisch, Wein und Feinkost k\u00f6nnte verst\u00e4rkt angeboten werde. Au\u00dferdem ist es wichtig weitere gute Gastronomie an den Standort zu bringen. Der Gro\u00dfmarkt sollte ein Gaumenzentrum werden. Dabei ist eine Orientierung an Paris oder Verona sinnvoll.<\/span><br> <br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">Auch Yildirims Produkte sind einzigartig. So bietet er neben H\u00fclsenfr\u00fcchten aus bis zu viertausend Kilometern Entfernung auch Wabenhonig an, eine Spezialit\u00e4t bei der, der Honig mit Waben verzerrt wird. Dieser ist vor allem bei der t\u00fcrkischen Kundschaft beliebt.<br>Mit seinem Unternehmen bringt Serdar Yildirim Produkte aus tausend und einer Nacht in die bayerische Landeshauptstadt.\u201c<\/span><br><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">Quelle: https:\/\/grossmarkt-sendling.de\/2018\/06\/25\/ein-stueck-orient-auf-dem-grossmarkt\/<\/span><br><br><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<h1 [object NamedNodeMap]><strong>Serdar Yildirims Firma vertreibt t\u00fcrkische Lebensmittel in ganz Europa. Sie helfen emigrierten T\u00fcrken gegen Heimweh<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\">Serdar Yildirim h\u00e4lt eine Flasche Wasser hoch und sagt: &#8220;Die ist aus dem Tarsus-Gebirge im S\u00fcden der T\u00fcrkei, dort wurde auch der Apostel Paulus geboren.&#8221; Petrus stamme auch von dort, aus irgendeinem Ort im Tal. &#8220;Wo das genau war, wei\u00df ich nicht, da m\u00fcssen Sie nachschauen.&#8221; Einige Tage sp\u00e4ter meldet er sich per Mail, vermutlich hat er selber nachgesehen: Petrus sei dort nicht geboren, schreibt Yildirim. Er stamme aus Galil\u00e4a, im Norden des heutigen Israel. Kein Problem, diese kurze Irritation: Serdar Yildirim ist ja weder Historiker noch Kirchenmann, er leitet ein Unternehmen in der Gro\u00dfmarkthalle: &#8220;Micro Frucht&#8221; handelt mit Lebensmitteln. Die meisten kommen aus der T\u00fcrkei.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Mesut Yildirim, Serdars Vater, hatte die Firma 1972 gegr\u00fcndet, um t\u00fcrkische Gastarbeiter mit t\u00fcrkischen Lebensmitteln zu versorgen. Auberginen als Medizin gegen Heimweh, sozusagen. Damals war es ein Mini-Betrieb. Heute ist Micro Frucht eine moderne Gro\u00dfhandelsfirma mit zweistelligen Millionen-Ums\u00e4tzen, bis zu 25 Mitarbeitern und 1200 verschiedenen Artikeln. Die Firma beliefert Superm\u00e4rkte, Handelsketten, Gro\u00dfh\u00e4ndler oder Gastronomen in ganz Europa. &#8220;T\u00e4glich gehen 100 Tonnen Waren raus&#8221;, sagt Serdar Yildirim. Die Stadt M\u00fcnchen zeichnete Micro Frucht im Herbst mit dem Ph\u00f6nixpreis aus, dem M\u00fcnchner Wirtschaftspreis f\u00fcr Migranten-Unternehmen.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Serdar Yildirim, 54, sitzt in seinem B\u00fcro auf dem Gel\u00e4nde der Gro\u00dfmarkthalle, breitet die H\u00e4nde aus, legt sie auf die R\u00fcckenlehne des Sofas und erz\u00e4hlt, wie alles begann: Familie Yildirim lebte bis 1960 in Istanbul, Vater Mesut besa\u00df eine Schneiderei mit 14 Angestellten und sei &#8220;ein Linker gewesen, ein junger Sozialdemokrat&#8221;. 1960 war politisch ein heikles Jahr. Erm\u00e4chtigungsgesetz. Milit\u00e4rputsch. Eine harte Zeit f\u00fcr die Opposition, f\u00fcr Leute wie Mesut Yildirim. &#8220;Die Nationalisten&#8221;, erz\u00e4hlt Serdar Yildirim, &#8220;schossen mit Maschinengewehren auf das Schaufenster der Schneiderei&#8221;. Mesut Yildirim beschloss, nach Deutschland zu gehen. Dort wurden gerade Gastarbeiter angeworben.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Familie Yildirim landete in Rosenheim. Mesut Yildirim war bei einem Zwischenstopp des Zuges ausgestiegen und hatte einen Mann mit Trachtenjanker und Gamsbart angesprochen, ob er Arbeit f\u00fcr ihn h\u00e4tte. Der Mann besa\u00df eine Papierwarenfabrik. Und er hatte Arbeit. Sohn Serdar lebte zun\u00e4chst bei den Gro\u00dfeltern in der T\u00fcrkei, er kam dann als Dreij\u00e4hriger nach Deutschland. Die Yildirims wohnten im Ortsteil Kastenau, in der N\u00e4he von Marinus Fischbacher. Dessen Bruder Siegfried wurde sp\u00e4ter als Zauberk\u00fcnstler und Dompteur ber\u00fchmt &#8211; zusammen mit Roy. Und er war damals \u00f6fter in Kastenau. &#8220;Siegfried Fischbacher hat mir meine ersten Radfahr\u00fcbungen beigebracht&#8221;, erz\u00e4hlt Serdar Yildirim. Er l\u00e4chelt. Und er ist offenbar ein bisschen stolz darauf.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Serdar Yildirim war das einzige Ausl\u00e4nderkind in seiner Klasse. Einerseits hatte er eine sch\u00f6ne Kindheit in Bayern mit drau\u00dfen spielen und B\u00e4ume hochklettern: &#8220;Ich bin einen Baum hochgekraxelt, der war zehn Meter hoch&#8221;, erz\u00e4hlt er. Yildirim nimmt die Arme von der Sofalehne, er deutet nun mit der einen Hand an, wie klein er und wie riesig der Baum gewesen ist &#8211; auch wenn die H\u00f6he des Raumes daf\u00fcr nicht ausreicht. Yildirim setzt seinen K\u00f6rper ein, wenn er spricht, er ist viril, dominant. Er redet laut. Wenn er spricht, erwartet er, dass man ihm zuh\u00f6rt. Und dass kein anderer redet. Sie sammelten Kastanien in Kastenau, erz\u00e4hlt er, und gaben sie beim F\u00f6rster ab. Sie spielten Fu\u00dfball beim SB Rosenheim. Er hatte Freunde.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Anderseits war die Kindheit auch &#8211; grauenvoll. Der Junge war anders. Er hatte tiefschwarze Haare. Er kam aus der T\u00fcrkei. Viele lehnten Ausl\u00e4nder ab. &#8220;Eltern haben ihre Kinder auf mich gehetzt&#8221;, sagt Yildirim. Wie bitte? &#8220;Ja, da gab es einen Vater, der hetzte sein Kind gegen mich auf, und der hat dann sein eigenes Kind geschlagen, weil es mich nicht besiegen konnte.&#8221;<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Und dann gab es dann noch einen anderen, der ihn qu\u00e4lte. &#8220;Einen Bauernburschen&#8221;, erz\u00e4hlt Yildirim, &#8220;der auf dem Schulweg mit seinem Rad an mir vorbei fuhr und mir jeden Tag eine reingehauen hat &#8211; das tat mir so in der Seele weh.&#8221; Serdar Yildirim verzieht keine Miene, als er das mit seiner Seele erz\u00e4hlt. Weinerlichkeit ist nicht sein Ding. Au\u00dferdem kommt noch etwas: Er hat sich n\u00e4mlich gewehrt. Als der Bursche wieder einmal zuschlagen wollte, packte er ihn und schmiss ihn samt Fahrrad auf den Boden. &#8220;Er hat geblutet, aber ich bin auf ihn drauf und schrie: Machst du das noch mal? Machst du das noch mal?&#8221; Von diesem Tag an war Ruhe.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>&#8220;Ich musste mich durchsetzen&#8221;, sagt Serdar Yildirim. Zumal der Vater ihm nicht half. &#8220;Der war streng und gab immer mir die Schuld &#8211; ich musste die Sachen selber erledigen.&#8221; Man muss eigentlich nicht erw\u00e4hnen, dass das pr\u00e4gt.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Die Familie ging nach M\u00fcnchen, Mesut Yildirim gr\u00fcndete 1972 mit einem Partner die Firma &#8220;Micro Frucht Handels GmbH&#8221;, die damals in der Zenettistra\u00dfe zu Hause war. Die Waren, die per Flugzeug kamen, wurden an t\u00fcrkische H\u00e4ndler in M\u00fcnchen verkauft &#8211; und an deutsche H\u00e4ndler mit t\u00fcrkischen Kunden. Irgendwann stieg der Teilhaber aus, und Mesut Yildirim bekam erst Hilfe vom Bruder, dann von den beiden S\u00f6hnen. Der Vater war damals schon herzkrank, er konnte nicht immer in die Firma, die Mutter sagte zu Serdar: Hilf ihm! &#8220;Ich habe die Firma dann ma\u00dfgeblich aufgebaut, zusammen mit meinem Vater&#8221;, sagt Serdar Yildirim, der eigentlich Elektromechaniker gelernt hatte.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>1983 zogen die Yildirims mit einem Obst- und Gem\u00fcsestand in die Gro\u00dfmarkthalle &#8211; als erste t\u00fcrkische Firma. Sie \u00fcbernahmen den Stand eines Italieners und verkauften Obst und Gem\u00fcse aus der T\u00fcrkei: Kirschen, Paprika, Auberginen, Zucchini. Aber es gab Probleme, im Grunde waren es die gleichen, die Serdar Yildirim als Kind in Rosenheim erlebte. Es gab Anfeindungen, Rempeleien und Handgreiflichkeiten. Es gab Rassismus. Oder wie soll man es sonst nennen? &#8220;Kleine Apartheid&#8221;, sagt Yildirim.<br>1986 begannen sie, mit einem Sattelschlepper frische Kirschen aus der T\u00fcrkei nach M\u00fcnchen zu schaffen. &#8220;Das war f\u00fcr damalige Zeiten eine Sensation und revolution\u00e4r f\u00fcr die gesamte Logistikbranche&#8221;, sagt Serdar Yildirim. &#8220;Die Schlepper waren drei, vier Tage unterwegs, und wir mussten daf\u00fcr sorgen, dass die schnell verderbliche Ware nicht kaputtging.&#8221; Sie verwendeten moderne K\u00fchltechnik. &#8220;Wir haben die Bergkirschen aus der tiefsten Ostt\u00fcrkei geholt, aus 3000 Metern H\u00f6he, wo die Sonneneinwirkung besonders g\u00fcnstig ist&#8221;, sagt er, &#8220;die besten sind Napoleonkirschen, das sind solche Oschis.&#8221; Er \u00f6ffnet die Hand und formt sie zu einem gro\u00dfen Bogen. &#8220;So gro\u00df wie Waln\u00fcsse&#8221;, sagt er.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Es folgten Paprika, Birnen, Lauch, Oliven, Salate &#8211; und Pfirsiche aus Bursa. &#8220;Das sind die besten der Welt&#8221;, sagt Yildirim. Diesmal formt er nicht die H\u00e4nde, um die Gr\u00f6\u00dfe zu zeigen. Der Superlativ reicht.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>&#8220;Die Achtzigerjahre waren golden&#8221;, sagt Yildirim, &#8220;wir haben viel Ware verkauft, es war &#8211; bis zum Mauerfall &#8211; ein gro\u00dfer Aufschwung in Deutschland.&#8221; Au\u00dferdem war die T\u00fcrkei als Urlaubsland beliebt. Die deutschen Touristen kamen zur\u00fcck und wollten die Produkte, die sie im Urlaub a\u00dfen, auch zu Hause haben. Serdar Yildirim hatte keinen Urlaub. &#8220;Ich bin um drei Uhr in der Fr\u00fch aufgestanden und in die Gro\u00dfmarkthalle&#8221;, erz\u00e4hlt er, &#8220;ich habe 16 Stunden am Tag gearbeitet &#8211; meine Freunde haben Ansichtskarten aus Ibiza geschickt und ich war immer hier.&#8221; Man h\u00f6rt Stolz heraus. Und ein bisschen Bedauern.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>In den Achtzigerjahren waren 800 Unternehmen in der Gro\u00dfmarkthalle, heute sind es nur noch 400. Damals liefen Gleise auf das Gel\u00e4nde, damit die Z\u00fcge, die aus dem Ausland kamen, die Waren abliefern konnten. Auch die Z\u00fcge des Zirkus Krone kamen hier an, und einmal, als die Arbeiter von Micro Frucht ihr Obst und Gem\u00fcse aus dem Waggon holen wollten, starrten ihnen L\u00f6wen entgegen. Heute werden fast alle Waren mit Lastwagen angeliefert &#8211; und auch mit Lastwagen weitertransportiert. Micro Frucht hat drei Sattelschlepper und einen Lkw und arbeitet \u00fcberdies mit Spediteuren zusammen. &#8220;Wir k\u00f6nnen unseren Kunden die Ware innerhalb von 24 Stunden liefern&#8221;, sagt Yildirim.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Mesut und Serdar Yildirim hatten die Firma gro\u00df gemacht, und Mesut Yildirim k\u00fcmmerte sich auch um die Integration und das gesellschaftliche Leben der T\u00fcrken in M\u00fcnchen &#8211; etwa als Pr\u00e4sident des Fu\u00dfballvereins T\u00fcrk G\u00fcc\u00fc, der bis in die Bayernliga aufstieg und gegen 1860 spielte. &#8220;Vor 25 000 Zuschauern!&#8221;, ruft Yildirim in dem Raum. Das ist zwar etwas \u00fcbertrieben, denn in den Archiven findet man die Zahl 15 000, aber viel ist das auch.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Im Jahr 2000 starb Mesut Yildirim. Es folgte eine harte Zeit, auch wirtschaftlich. Micro Frucht wurde zwischen den beiden S\u00f6hnen aufgeteilt, Serdar Yildirim bekam den Bereich Lebensmittelgro\u00dfhandel und den Firmennamen. &#8220;Zusammen mit allen Mitarbeitern gelang es, die Firma zu reorganisieren und bald wieder in die Gewinnzone zu f\u00fchren&#8221;, schrieb Yildirim in seiner Bewerbung f\u00fcr den Ph\u00f6nixpreis.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Er ist aufgestanden und will den Gast noch durch das Lager f\u00fchren. Dort sieht man Doraden aus der T\u00fcrkei oder Thunfisch. &#8220;Wir liefern zehn, 15 Tonnen Fisch pro Woche aus&#8221;, sagt er. &#8220;Und wir k\u00f6nnen jeden Fisch liefern.&#8221; Wieder klingt er stolz. Dann geht Yildirim weiter. Bleibt schlie\u00dflich bei einem Produkt stehen, das Vegata hei\u00dft. &#8220;Das ist eine Gew\u00fcrzmischung aus Kroatien&#8221;, sagt er, &#8220;die haben wir importiert und hier auf den Markt gebracht, damit sie vor allem jugoslawischst\u00e4mmige Menschen haben k\u00f6nnen.&#8221; Micro Frucht verkauft auch chinesische oder arabische Produkte. Aber die Abnehmer seien &#8220;weiterhin gr\u00f6\u00dftenteils t\u00fcrkischer Herkunft&#8221;.<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Seine eigene Herkunft spielt heute in der Gro\u00dfmarkthalle keine Rolle mehr. &#8220;Die deutschen H\u00e4ndler sind l\u00e4ngst nicht mehr feindlich gesinnt&#8221;, sagt Yildirim. Er l\u00e4chelt. &#8220;Heute sind sie froh, dass wir da sind &#8211; ohne den t\u00fcrkischen Einzelhandel w\u00e4re die Gro\u00dfmarkthalle nicht mehr lebensf\u00e4hig.&#8221;<\/span><br><span style=\"color: rgb(51, 51, 51); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400;\"><br>Quelle: Preis f\u00fcr Migranten-Unternehmen &#8211; Auberginen als Medizin &#8211; M\u00fcnchen &#8211; SZ.de (sueddeutsche.de)<\/span><br><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"pagelayer_contact_templates":[],"_pagelayer_content":"","footnotes":""},"class_list":["post-186","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=186"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":222,"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/186\/revisions\/222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/home.microfrucht.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}